Leitlinien

Menschen mit Zuwanderungsgeschichte können neben anderen Diskriminierungsformen (z.B. Geschlecht, Behinderung, Alter) zusätzlich auch rassistischer Diskriminierung ausgesetzt sein , die basierend auf Vorurteilen und Bildern, ihren Ursprung u. a. in der europäischen Geschichte hat.

Antidiskriminierungsarbeit setzt daher auch grundlegende Kenntnisse über die historischen und gesellschaftspolitischen Zusammenhänge von Rassismus und Diskriminierung voraus, sowie über  Integrationsprozesse und ihre Auswirkungen für die Minder- und Mehrheitsgesellschaften.

Der „Opferschutz“ ist neben der Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit ein wesentlicher Grundgedanke jeder AD- Arbeit.  Diskriminierungen werden von betroffenen Menschen oft als ein Angriff auf ihre Menschenwürde bzw. als Menschenrechtsverletzung empfunden. Sie stellt eine Verletzung des Persönlichkeitsrechtes dar.
So können Diskriminierungserfahrungen  von den Betroffenen als Trauma erlebt werden, welches schwerwiegende gesundheitliche Konsequenzen zur Folge haben kann. 

Antidiskriminierungsarbeit ist sowohl präventiv als auch intervenierend tätig.

Die Möglichkeiten der Intervention sind vielfältig. Sie reichen von der gezielten Öffentlichkeitsarbeit bis hin zu Untersuchungsmethoden und Beratungsangeboten.
So gehören zum Aufgabenbereich der AD- Arbeit beispielsweise die Pressearbeit, Fallerfassung- und Dokumentation, Stellungnahmen, Bildungsarbeit, Konflikt- und Krisenbearbeitung, Beratungskompetenz, Untersuchungen zu gesellschaftlichen Bereichen, Recherchearbeit.

Schulungs-, Lehr– und Fortbildungsangebote sind im Rahmen der Antidiskriminierungsarbeit präventive Ansätze. Sie informieren und sensibilisieren, unter Bezugnahme der Minderheits- und Mehrheitsperspektive und können so bei allen Beteiligten zu einem Perspektiven- und Paradigmenwechsel beitragen. Zielgruppe sind sowohl Angehörige der Mehrheits- als auch der Minderheitsgesellschaften.

Die Komplexität der Antidiskriminierungsarbeit erfordert ein professionelles Vorgehen, das juristische Fachkenntnisse und –kompetenzen voraussetzt  aber auch journalistisches, pädagogisch- psychologisches, sozialwissenschaftliches und sozialpädagogisches Wissen benötigt, um das breite Spektrum der AD- Arbeit adäquat erfassen zu können.

Die Antidiskriminierungsarbeit leistet daher einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Integration unterschiedlicher Zielgruppen (insbesondere von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte). Ihr erklärtes Ziel ist die Überwindung von Diskriminierung und Rassismus in unserer Gesellschaft.