Ein wichtiges Instrument der Antidiskriminierungsarbeit ist die Antidiskriminierungsberatung

Sie richtet sich an unterschiedliche Zielgruppen.
Im Gegensatz zur herkömmlichen Sozialberatung sind die AdressatInnen der Antidiskriminierungsberatung Mitglieder aller Bevölkerungs- und Bildungsschichten, ob AkademikerInnen, Angestellte, ArbeiterInnen oder sozial benachteiligte Gruppen. Betroffen können sowohl Angehörige von Minderheiten- als auch von Mehrheitsgesellschaften sein.
Unabhängig ihres sozialen Status und ihrer Herkunft erleben Menschen Diskriminierungen, die Gefühle von Ohnmacht- und Hilflosigkeit hervorrufen können, aber auch Wut und Zorn.
Der Opferzentrierte Beratungsansatz ermöglicht aus der Perspektive der „Betroffenen“ Diskriminierung zu erkennen, zu erfassen und zu überwinden. Er ist ein wichtiges Instrument der Deeskalation und eine wesentliche Grundlage zur Wiederherstellung der eigenen Handlungskompetenzen.
Im Gegensatz zur „Täterorientierten Methode“ setzt der „Opferzentrierte Beratungsansatz“ das erlebte Leiden ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Empathie und Perspektivenwechsel können gezielt geschult und das Unrechtsbewusstsein kann gefördert und geschärft werden.
Im Rahmen von Beratungsangeboten können auch Zeugen von Diskriminierungsvorfällen ihre Erlebnisse adäquat bearbeiten.
Die Antidiskriminierungsberatung kann dazu beitragen, Selbst- und Fremdzerstörung zu verhindern.
Sie ist somit ein adäquates Mittel, Menschen die Diskriminierung erfahren haben, gezielt zu begleiten und eine professionelle Unterstützung im Umgang mit erlebten Diskriminierungserfahrungen anzubieten.
Die Antidiskriminierungsberatung bietet die Möglichkeit, die eigene diskriminierende Haltung zu überprüfen und eigene Verhaltensweisen und -einstellungen nachhaltig zu verändern.
Neben der Informations- und Wissensvermittlung sind die Aktivierung des Selbsthilfepotentials der Ratsuchenden und die Wiederherstellung ihres Selbstwertgefühls eine der zentralen Aufgaben.
Die Antidiskriminierungsberatung ermöglicht das Erkennen und die Erfassung von Diskriminierungstatbeständen, die insbesondere strukturell und institutionell begründet sind.
Sie trägt dazu bei, auf der Grundlage vorliegender Diskriminierungsbeschwerden und ihrer statistischen Auswertung, Lösungs- und Handlungsstrategien zur Überwindung von Diskriminierung und Rassismus zu entwickeln.