Traumaberatung

Die Bearbeitung von Traumata kann durch unterschiedliche Methoden und Arbeitsansätze erfolgen.
Hierzu zählt die Traumaberatung, die in Deutschland noch eine recht junge Disziplin ist. Ihre Ursprünge sind u.a. in der Arbeit mit traumatisierten Kriegsflüchtlingen und Soldaten zu finden.
Grundsätzlich kann die Traumaberatung als ein Empowermentansatz formuliert werden. Dem entsprechend ist die Arbeit ressourcen- und prozessorientiert.
Die Traumaberatung ist keine Therapieform, übernimmt hier aber eine Schlüsselrolle. Denn sie kann auch als Stabilisierungsarbeit verstanden werden, die als Überbrückungs- und Unterstützungshilfe für eine anstehende Traumatherapie, dient.

In Abgrenzung zur Traumatherapie bedient sich die Traumaberatung folgenden methodischen Ansätzen:

Stabilisierung der traumatisierten Person als wichtigste Grundlage für weitere Behandlungsschritte
Entwicklung von Antistresskompetenzen zur Kompensation posttraumatischer Belastungsstörungen*
Aktivierung der Selbstheilungsprozesse


Im Gegensatz zu Therapieansätzen vermeidet die Traumaberatung  eine Traumakonfrontation, um Retraumatisierungen vorzubeugen.

Die Traumaberatung verfolgt in erster Linie folgende Ziele: 

Wiederherstellung der äußeren und inneren Sicherheit der traumatisierten Person
Schaffung von Distanz zum Täter und traumatisierten Erlebnis
Befreiung von Schuldgefühlen
Stärkung der Lebensfähigkeit und des -willens der betroffenen Person

 

Im Rahmen der Traumaberatung werden spezifische Gesprächstechniken verwendet, um die o.g. Ziele zu erreichen.
Diese beinhalten z.B. die Screen-Technik –Methode, die eine Distanzierung zwischen der betroffenen Person und dem traumatisierenden Erlebnis bewirkt oder die Tresor –Methode, die dem Traumatiserten das  „Wegpacken“  des Erlebten ermöglicht.
Die Traumaberatung bedient sich auch interkultureller Ansätze, wie beispielsweise den körperbezogenen Achtsamkeitsübungen, die aus der buddhistischen Tradition her stammen und das Ziel verfolgen, die Aufmerksamkeit der traumatisierten Person gezielt zu schulen.
Voraussetzung einer jeden Traumaberatung ist die Freiwilligkeit der betroffenen Person.

Die Traumberatung findet als Einzelberatung statt.
Durchgeführt wird sie von geschulten Fachkräften.