THERAPEUTISCHE ANGEBOTE


Das Gleichbehandlungsbüro Aachen bietet in Kooperation mit dem Fachbereich "Psychosoziales Zentrum" ein therapeutisches Angebot für von Diskriminierung betroffene Personen an.

Ziel dieses Angebotes ist, Diskriminierungserlebnisse neben der Antidiskriminierungsberatung mit verschiedenen Methoden zu bearbeiten, insbesondere Aspekte der nonverbalen Kommunikation zu nutzen. Derzeit können zwei therapeutische Angebote in Anspruch genommen werden:

• Kunsttherapie
• Traumatherapie

Kunsttherapie

Kunsttherapie ist eine Therapieform, die überwiegend nonverbal und prozessorientiert ausgerichtet ist und durch den Einsatz von künstlerischen Medien die ganzheitliche Förderung von Menschen unterstützt.

Sie ist für Personen jeden Alters geeignet. Durchgeführt werden kann die Kunsttherapie als Einzel- Gruppen- Paar- oder Familiensitzung. Die Kunsttherapie bedient sich aller künstlerischer Materialien und Gestaltungstechniken. Diese reichen von Aquarell, Tempra- und Wasserfarben über Pastell- und Ölkreiden bis hin zu Blei- und Buntstiften. Materialien wie Ton, Gips, Holz, Stein und Pappmasche finden ebenfalls Anwendung.

Durch kunsttherapeutischen Methoden werden innere Bilder, Gefühle, Wünsche, Bedürfnisse, Vorstellungen und Erfahrungen belebt, erlebt, durchlebt und können so zum Ausdruck gebracht werden. Verdrängte und abgespaltete Seiten der Persönlichkeit können durch den kunsttherapeutischen Prozess wieder wahrgenommen und integriert werden. Die Kunsttherapie bietet die Möglichkeit als "Spiegel" für bewusste und unbewusste Prozesse und Zustände genutzt zu werden.

Sie ermöglicht das Identitätsgefühl, die Autonomie und den Selbstwert zu stärken, Ressourcen und Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Stressbewältigung, Entspannung und Selbstwahrnehmung können durch kunsttherapeutische Methoden erzielt werden. Entwicklungsmöglichkeiten können aufgezeigt und gezielt gefördert werden.

Als nonverbale Kommunikationsform und Therapiemethode bietet die Kunsttherapie für die interkulturelle und antirassistische Arbeit neue Wege.

Unabhängig von Herkunft, sozialem Status und persönlich erlebter Biographie, kann die Kunsttherapie bewirken, dass Menschen mit traumatischen Erlebnissen und seelischen Belastungen und den daraus resultierenden Folgen, lernen, diese aufzuarbeiten und dadurch einen besseren Umgang mit sich und ihrer Geschichte finden.

Um an kunsttherapeutischen Sitzungen teilzunehmen, ist eine künstlerische Begabung oder Vorerfahrung nicht wichtig. Die Teilnahme ist kostenlos. Das Angebot wird von einer ausgebildeten Fachkraft druchgeführt.

Traumaberatung

Die Bearbeitung von Traumata kann durch unterschiedliche Methoden und Arbeitsansätze erfolgen.

Hierzu zählt die Traumaberatung, die in Deutschland noch eine recht junge Disziplin ist. Ihre Ursprünge sind u.a. in der Arbeit mit traumatisierten Kriegsflüchtlingen und Soldaten zu finden.
Grundsätzlich kann die Traumaberatung als ein Empowermentansatz formuliert werden. Dem entsprechend ist die Arbeit ressourcen- und prozessorientiert.
Die Traumaberatung ist keine Therapieform, übernimmt hier aber eine Schlüsselrolle. Denn sie kann auch als Stabilisierungsarbeit verstanden werden, die als Überbrückungs- und Unterstützungshilfe für eine anstehende Traumatherapie, dient.

In Abgrenzung zur Traumatherapie bedient sich die Traumaberatung folgenden methodischen Ansätzen:

• Stabilisierung der traumatisierten Person als wichtigste Grundlage für weitere Behandlungsschritte

• Entwicklung von Antistresskompetenzen zur Kompensation posttraumatischer Belastungsstörungen*

• Aktivierung der Selbstheilungsprozesse



Im Gegensatz zu Therapieansätzen vermeidet die Traumaberatung eine Traumakonfrontation, um Retraumatisierungen vorzubeugen.

Die Traumaberatung verfolgt in erster Linie folgende Ziele:

• Wiederherstellung der äußeren und inneren Sicherheit der traumatisierten Person

• Schaffung von Distanz zum Täter und traumatisierten Erlebnis

• Befreiung von Schuldgefühlen

• Stärkung der Lebensfähigkeit und des -willens der betroffenen Person

Im Rahmen der Traumaberatung werden spezifische Gesprächstechniken verwendet, um die o.g. Ziele zu erreichen. Diese beinhalten z.B. die Screen-Technik –Methode, die eine Distanzierung zwischen der betroffenen Person und dem traumatisierenden Erlebnis bewirkt oder die Tresor –Methode, die dem Traumatiserten das "Wegpacken" des Erlebten ermöglicht. Die Traumaberatung bedient sich auch interkultureller Ansätze, wie beispielsweise den körperbezogenen Achtsamkeitsübungen, die aus der buddhistischen Tradition her stammen und das Ziel verfolgen, die Aufmerksamkeit der traumatisierten Person gezielt zu schulen. Voraussetzung einer jeden Traumaberatung ist die Freiwilligkeit der betroffenen Person.

Die Traumberatung findet als Einzelberatung statt. Durchgeführt wird sie von geschulten Fachkräften.